Der Lemur und die Spitzmaus
„Die Menschen haben Feuer“, sagte der Lemur. „Wir brauchen auch Feuer!“
„Ich werde etwas Feuer stehlen“, sagte die Spitzmaus, „während du hier bleibst und auf meine Rückkehr wartest.“
Die Spitzmaus ging zum menschlichen Dorf und fand eine Feuerstelle, in der sich eine schwach glühende Kohle befand. Er spitzte den Mund und blies sanft.
Dann blies er fester. Schließlich war das Feuer stark.
Die Spitzmaus kam mit dem Feuer zurück und sah den Lemur treu wartend, mit weit geöffneten Augen.
„Deine Augen sind so groß geworden!“, sagte die Spitzmaus.
„Deine Schnauze ist so lang geworden!“, sagte der Lemur.
Deshalb ist die Nase der Spitzmaus jetzt lang und die Augen des Lemurs sind groß.
Das erste Feuer
Am Anfang war da ein sehr großer Baum.
Alle Menschen und alle Tiere kamen aus dem Baum heraus wie aus einem Schoß.
Es war dunkel ringsum, überall.
Dunkel wie Mitternacht.
Dann entzündete ein Mann ein Feuer. Die Flammen loderten in der Dunkelheit auf.
Verängstigt zerstreuten sich die Tiere. Sie flohen in die Dunkelheit.
Tiere haben immer noch Angst vor dem Feuer der Menschen, und die Menschen entzünden auch heute noch nachts ihre Feuer, um die Tiere zu verscheuchen.
Das ist es, was den Menschen Macht über die Tiere gibt: Die Menschen wissen, wie man Feuer macht.
Andernfalls hätten die Tiere keine Angst.
Die Tiere und das Feuer
Am Anfang lebten die Tiere in den Wäldern.
Dann rief Gott die Tiere. “Kommt!” sagte er, und die Tiere kamen.
Als Nächstes entzündete Gott ein großes Feuer.
Die Tiere erschraken und flohen zurück in den Wald.
“Ich habe keine Angst!” brüllte die Kuh.
“Ich habe keine Angst!” schrie das Schaf.
“Ich habe keine Angst!” blökte die Ziege.
Gott lobte diese Tiere und segnete sie. “Von nun an”, sagte er, “werdet ihr bei den Menschen leben. Die Menschen werden euch füttern, und ihr werdet die Menschen füttern, und ihr werdet euch alle am Feuer wärmen, sicher vor den Tieren des Waldes.”
Der Schakal schickt den Hund, um Feuer zu holen
„Ich habe Hunger“, sagte Schakal zu Hund, seinem Bruder. „Geh ins Dorf und hol Feuer. Wir werden das Gras verbrennen und Heuschrecken fangen, um sie zu essen.“
Hund ging ins Dorf und betrat ein Haus. Eine Frau fütterte ihrem Baby Brei. Sie kratzte etwas Brei aus dem Topf und fütterte ihn dem Hund.
Der Brei schmeckte gut!
Hund blieb im Dorf.
Schakal wartete, aber Hund kam nicht zurück. Schakal heulte: „Ich habe Hund wegen Feuer geschickt. Er kam nie zurück! Niemals! Niiiiiiii-eiiiiiiiiimals!“
Man kann den hungrigen Schakal immer noch heulen hören.
Hund blieb im Dorf, wo das Essen gut war.
Die Hunde von vor langer Zeit
Vor langer Zeit waren Hunde wie Menschen: Sie lebten in einem Dorf, sie hielten Vieh, sie nahmen Frauen und hatten Familien.
Hunde und Menschen führten oft Krieg.
Einmal überfielen die Menschen das Dorf der Hunde und stahlen ihr gesamtes Vieh.
Die Hunde starteten einen Gegenangriff, um ihr Vieh zurückzuerobern, aber die Menschen kletterten auf Bäume und warfen Sand in die Augen der Hunde.
Die Hunde griffen erneut an; wieder warfen die Menschen Sand in ihre Augen.
Geblendet vom Sand konnten die Hunde nie wieder den Weg zurück in ihr eigenes Dorf finden.
So wurden Hunde zu Sklaven der Menschen.