Der Jerboa und die Hyäne: 5 afrikanische Fabeln über Gier und Vergeltung

Der Jerboa und die Hyäne

Jerboa fing mehr Fische, als er essen konnte. “Wer möchte etwas Fisch?” rief er.

Hyäne kam. Sie aß nicht nur etwas Fisch; sie aß jeden Fisch.

Jerboa wurde wütend!

Dann ging Perlhuhn vorbei.

“Sie ist sehr hübsch!” rief Hyäne aus. “Ich wünschte, ich hätte weiße Sprenkel wie sie.”

Jerboa sagte: “Ich habe ihr diese Sprenkel gegeben. Ich gebe dir auch Sprenkel;

Ich brauche nur weiße Tonerde und ein Messer.”

Hyäne holte eifrig das Messer und die Tonerde.

Dann benutzte Jerboa das Messer, um Löcher in Hyäne zu stechen. “Du hast meinen Fisch genommen”, sagte er, “also nehme ich dein Fleisch.”

Hyäne rannte weg und heulte vor Schmerz.

Die Hyäne und ihre Freunde

Die Freunde der Hyäne waren von ihren Essgewohnheiten angewidert: Die Hyäne fraß alles, sogar Müll.

Schließlich sagte einer ihrer Freunde: “Ich bringe dich zu einem Zauberer, der Gier heilen kann.”

Die Hyäne willigte ein.

Sie gingen zu dem Zauberer, der ein Schaf tötete und seinen Schwanz abschnitt.

“Nimm das“, sagte er zu der Hyäne. “Wasche es im Fluss; dann werde ich daraus Medizin für dich machen.”

Auf dem Weg zum Fluss wollte die Hyäne den Schafschwanz essen.

“Nein!” sagte ihr Freund. “Tu, was der Zauberer dir gesagt hat!”

Aber die Hyäne konnte sich nicht zurückhalten.

Sie fraß den Schafschwanz, also bekam sie keine Medizin.

Die Hyäne und der Mann

Es gab eine Hyäne, die immer wieder die Ziegenherde eines bestimmten Mannes angriff.

Der Mann grub schließlich eine Fallgrube und fing die Hyäne.

„Lass mich frei!“, flehte die Hyäne. „Bitte töte mich nicht! Ich werde deine Ziegen nicht fressen; ich verspreche es. Ich werde ganz auf Fleisch verzichten!

Der Mann glaubte dem Versprechen der Hyäne nicht, aber er hatte Mitleid mit ihr, also band er ihr eine Glocke um den Hals und ließ sie frei.

Natürlich jagte die Hyäne weiterhin nach Fleisch, aber jetzt warnte die Glocke ihre Beute, und sie konnte entkommen.

Die Hyäne starb schließlich vor Hunger.

Die Hyäne und der Kranich

Die gierige Hyäne fraß zu schnell und hatte einen Knochen im Hals stecken.

„Kranich“, stöhnte sie, „ich ersticke! Schnell! Steck deinen Kopf in meinen Hals und hol diesen Knochen heraus. Ich verspreche dir eine schöne Belohnung!

Also steckte der Kranich seinen Kopf in den Hals der Hyäne und zog den Knochen heraus. Dann fragte er: „Wo ist meine Belohnung?

„Deine Belohnung“, knurrte die Hyäne, „ist, dass du deinen Kopf in mein Maul gesteckt und ihn wieder herausbekommen hast. Du schuldest mir eine schöne Belohnung, nicht umgekehrt!

So warnt das Sprichwort: Nichts, was in das Maul einer Hyäne gelangt, kommt jemals wieder heraus.

Die Krankheit des Löwen

König Löwe war krank und unfähig zu jagen.

Die Tiere besuchten die Höhle des Löwen nacheinander, aber nicht Schakal; er sah ihre Spuren hineingehen, aber nicht wieder herauskommen.

Dann denunzierte Hyäne Schakal. “Schakal missachtet dich”, sagte sie.

“Bringt Schakal hierher”, knurrte Löwe.

Hyäne zerrte Schakal in die Höhle des Löwen, und Schakal jaulte: “O König, ich habe alle Ärzte besucht, um eine Heilung für deine Krankheit zu ;nden.”

“Erzähl mir!” brüllte Löwe.

“Du musst dich in die Haut einer frisch getöteten Hyäne hüllen.”

Löwe packte sofort Hyäne und zog ihr die Haut ab.

Schakal ergriff unterdessen die Flucht.