Die Ratte und der Fisch
Als eine Ratte am Flussufer entlangging, sah sie einige Fische. “Gut!” dachte sie hungrig bei sich. “Ich will welche!”
In ihrer Gier, den Fisch zu stehlen, bemerkte die Ratte nicht, dass sich die Fische in einer Fischfalle befanden. Als sie ins Wasser griff, um den Fisch zu schnappen, geriet sie ebenfalls in die Falle.
“Warum hast du mich gepackt?” schrie die Ratte. “Ich habe keinen Streit mit dir, und du hast keinen mit mir.”
“Du wolltest stehlen, was ich gefangen hatte”, antwortete die Falle, “also habe ich dich auch gefangen.”
Wer von anderen stiehlt, wird als Dieb bestraft werden.
Die Schildkröte und die Pilze
Die Schildkröte fand einige Pilze, die auf einem Baumstamm wuchsen. “Ich werde warten, bis die Pilze fertig gewachsen sind”, sagte sie, “und dann werde ich ein sehr feines Festmahl zubereiten!”
Die Schildkröte wartete und wartete.
Dann kam Antilope vorbeigelaufen. “Hunde!” keuchte sie.
“Jäger! Beeilung! Wir müssen hier weg. Du kannst mit mir kommen!”
“Nein!” sagte die Schildkröte. “Ich bleibe hier, bis die Pilze aufhören zu wachsen.”
“Nun, ich habe dich gewarnt”, sagte Antilope, und sie rannte davon.
Als Nächstes kamen die Hunde des Jägers; dann der Jäger selbst. “Was für ein feines Festmahl ich hier habe!” sagte er und nahm die Schildkröte und die Pilze mit sich.
Der Elefant im Sumpf
Ein hungriger Elefant sah eine Bambuspalme in einem Sumpf. Er stürzte ins Wasser, riss die Bambuspalme nieder und schnappte sich die zarte Palmenblattknospe, aber vor lauter Aufregung ließ er sie ins Wasser fallen.
Der Elefant griff und langte mit seinem Rüssel: nichts! Er griff erneut: nichts! Er konnte das köstliche Futter nicht finden, und je mehr er plantschte, desto schlammiger wurde das Wasser. Er konnte nichts sehen.
„Ruhe!“, quakte ein Frosch.
Der Elefant war nicht ruhig.
„Ruhe!“, wiederholte der Frosch.
Schließlich hörte der Elefant den Frosch.
Er stand still.
Das Wasser wurde klar.
Der Elefant fand die Palmenblattknospe und fraß sie.
Die Hyäne und der Mond
Eines Nachts sah die Hyäne etwas im Wasser eines Sees scheinen. “Das ist ein Knochen!” dachte sie hungrig, aber es war nur die Spiegelung des Mondes.
Sie sprang ins Wasser, aber sie konnte den Knochen nicht erreichen.
Sie stieg aus dem Wasser, und wieder sah sie den Knochen.
Sie sprang wieder hinein, und wieder, und wieder.
Das Wasser wurde schlammig, und die Hyäne dachte, der Knochen sei verschwunden.
Aber dann wurde das Wasser klar, und da war der Knochen.
Bei Tagesanbruch war die Hyäne immer noch am See, sprang und sprang und versuchte, das Mondlicht zu fressen, von dem sie dachte, es sei ein Knochen.
Das Chamäleon und die Schlange
Chamäleon und Schlange waren Freunde.
'Schlange, ich werde dir etwas Besonderes zeigen', sagte Chamäleon eines Tages. 'Pass auf! Ich kann die Farben wechseln!' Chamäleon kletterte einen Baumstamm hinauf und wurde braun, um dazu zu passen. Dann ging er auf ein Blatt und wurde grün. 'Bin ich nicht erstaunlich?!'
Ohne etwas zu erwidern, rieb sich Schlange an dem Baumstamm, und ihre Haut löste sich ab. Alles davon. Sie hatte eine völlig neue Haut, hell und glänzend.
Chamäleon starrte seinen Freund verwundert an, beschämt über sein Prahlen. Er konnte die Farbe wechseln, das stimmte, aber Schlange hatte ihn übertroffen, indem sie alte Haut gegen neue austauschte.