Entwicklung
Das vorliegende Kapitel ist einer Abhandlung über die menschliche Entwicklung und ihre enge Beziehung zum Erwerb von Wissen gewidmet. Unter 'Entwicklung' verstehen wir jene Wandlungen im Laufe der Zeit, die einem geordneten Entwurf folgen und der Erhaltung des Daseins förderlich sind. Solche Veränderungen sind fortschreitender Natur – das Plötzliche oder Krampfhafte meidend – und vollziehen sich über die gesamte Dauer des Lebens, anstatt sich an einem einzigen Zeitpunkt zu manifestieren. Obgleich diese Materie für den Pädagogen von höchster Wichtigkeit ist, bleibt sie, wie das oben erwähnte Szenario illustriert, ein Gegenstand lebhafter Disputation. Allzu oft wird das Phänomen der Entwicklung als selbstverständlich hingenommen. In vorangegangenen Kapiteln wurden diverse Prinzipien des Lernens erläutert; doch existieren diese nicht in einem Vakuum. In der Tat könnte man jedem Lernkanon den Vorbehalt voranstellen: 'Einen entsprechenden Grad der Entwicklung vorausgesetzt...' Um ein Beispiel anzuführen: In unserem Diskurs über die Bildung von Gedächtnisnetzwerken beobachteten wir, dass Studenten Verknüpfungen zwischen Informationselementen herstellen. Die Fähigkeit, solche Verbindungen zu bewirken, verbessert sich mit der Reifung. Studenten fortgeschritteneren Alters besitzen umfassendere Gedächtnisnetzwerke und sind dadurch befähigt, Verbindungen zu schmieden, die jenseits des Fassungsvermögens ihrer jüngeren Pendants liegen.
Anfänge der wissenschaftlichen Untersuchung der Entwicklung
Die Genese der systematischen Untersuchung der Entfaltung des menschlichen Zustands erweist sich als untrennbar in den Gefilden der Geschichte und Philosophie verankert; einer Betrachtung derselben werden wir uns nun in gebührender Ordnung zuwenden.
Perspektiven auf die Entwicklung
Zahlreiche Perspektiven hinsichtlich der menschlichen Entwicklung haben gegenwärtig Bestand. Diese Lektion behandelt spezifisch jene, die für den Studenten von größter Bedeutung sind. Zu Beginn werden wir gewisse strittige Punkte erörtern, die eng mit den Prinzipien des Lernens verknüpft sind.
Bruners Theorie des kognitiven Wachstums
Jerome Bruner, ein Psychologe, der sich mit der Entwicklung der Fähigkeiten befasste, hat eine Theorie des intellektuellen Wachstums aufgestellt. Im Gegensatz zu Piaget, der danach trachtete, Entwicklungsänderungen an kognitive Strukturen zu binden, hat Bruner Nachdruck auf die diversen Modi gelegt, durch welche Kinder ihr Wissen repräsentieren. Seine Ansichten stellen eine funktionale Darstellung der menschlichen Entwicklung dar und besitzen gewichtige Implikationen für die Künste des Lehrens und Lernens. Die vorliegende Lektion ist darauf ausgelegt, dem Studenten ein Verständnis dieses Konzepts zu vermitteln.
Zeitgenössische Entwicklungsthemen
Die Doktrin der Informationsverarbeitung richtet ihren Blick eher auf die Operationen des Intellekts als auf dessen bloße Strukturen. Die vorliegende Lektion bietet einen Abriss der Wechselfälle, die den Fähigkeiten der Aufmerksamkeit, der Einprägung und Wiedergewinnung von Erinnerung sowie der Metakognition widerfahren. Es wird beobachtet, dass sich diese Prozesse mit dem Fortschritt der Entwicklung verbessern, einhergehend mit einer Zunahme der Schnelligkeit, mit der die Jungen sie ausführen. Andere Themen von zeitgenössischer Bedeutung, die in diesem Abschnitt behandelt werden, umfassen den der Reife des Kindes angepassten Unterricht und die signifikanten Übergänge innerhalb der schulischen Laufbahn.
Familiäre Einflüsse
Mannigfaltig sind die kontextuellen Umstände, die fähig sind, einen Einfluss auf die Entwicklung auszuüben, von denen diverse im häuslichen Umfeld zu entdecken sind. Obgleich die Gebote des gesunden Menschenverstands nahelegen, dass Familien eine tiefgreifende Herrschaft über die Reifung und Unterweisung der Jugend ausüben, gibt es Kritiker, die behaupten, dass das Wirken der Familie über Gebühr übertrieben wurde. Die Untersuchung zeigt jedoch mit stetig wachsender Klarheit, dass Familien von Belang sind, und oftmals in sehr hohem Maße. Zu den kardinalen Einflüssen auf Entwicklung und Lernen werden der sozioökonomische Status, die Verfassung des Heims, die elterliche Aufsicht und elektronische Medien gerechnet.
Motivation und Entwicklung
Ergänzend zu ihrem Dienst in der Kognition und im Lernen übt die Entwicklung einen Einfluss auf die Motivation von Kindern aus. Bezüglich der Motivation: Diese Lektion untersucht ihre mit der Entwicklung einhergehenden Wechselfälle. Jene Einflüsse, die das Kind antreiben, mögen sich beim Jugendlichen als wenig nutzbringend erweisen, und das, was den Jugendlichen stimuliert, mag beim Erwachsenen wirkungslos befunden werden. Innerhalb einer jeden gegebenen Entwicklungsspanne wird nicht jedes Individuum in derselben Weise bewegt. Studierende der Entwicklung haben die Modi unterschieden, durch welche sich die Motivation mit der Reife ändert. Diese werden der Reihe nach erörtert.
Entwicklung: Pädagogische Anwendungen
Theorien und Prinzipien der Entwicklung deuten mannigfaltige Methoden an, durch welche Entwicklungsverschiedenheiten im Zuge des Unterrichts berücksichtigt werden können. In den vorangegangenen Teilen dieses Kapitels haben wir den dem Wachstumsstadium angemessenen Unterricht sowie die pädagogischen Deduktionen von Bruners Theorie genau geprüft. Die vorliegende Lektion umfasst Lernstile, das Unterrichtsmodell von Case und den Verkehr zwischen Lehrmeister und Schüler.